Pränataldiagnostik: Selbstbestimmung oder Selektion?

Pränataldiagnostik Segen oder Fluch? Weder noch!

Am 18.9.2021 sind  leider wieder  reaktionär Lebenschützerinnen mit ihrem sog.Marsch für das Leben durch Berlin gezogen auf diesem Marsch waren religiös fundamentalistische rechtsnationale und andere antifeministische und queerfeindliche Gruppen vertreten dieser Marsch richtet sich gegen das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche aber auch gegen Queere Menschen und die angebliche Frühsexualisierung von Kindern. Auch das Thema Pränataldiagnostik wurde von diesen reaktionären Kräften gekapert,  das veranlasste auch wieder behinderte Menschen bei den Reaktionären mitzulaufen.

Behinderte Menschen erleben Pränataldiagnostik als Bedrohung denn trotz eines Diskurses über Inklusion sehen sich behinderte Menschen der Entwicklung immer neuer Tests die zum Aufspüren und so zur Selektion von Föten mit Beeinträchtigung gedacht sind ausgesetzt. Vor kurzem wurde nun ein solcher Test in den Katalog der Kassenleistung aufgenommen gegen diese Aufnahme als Kassenleistung protestierten viele behinderte Menschen das nutzen dies Lebensschützerinnen aus sich als einzige Verbündete  für die Bebindertenbewegung darzustellen. Behinderten Menschen muss klar sein  die sog Lebensschützer*innen und ihre Unterstützerinnen  in den Parlamenten z.B. Hunert Hüppe oder Beatrix von Srorch sind nicht unsere Verbündetenn unseren Kampf um ein selbstbestimmtes Leben  müssen wir gemeinsam mit der feministischen Bewegung führen und dort  explizit mit den Teilen die trans und sexwork inklusiv agieren. Seien wir solidarisch mit allen  die Repression erfahren weil sie Verannstaltungen wie z.B.  de reaktionären Marsch für das Leben in den weg gestellt oder gesetzt haben egal ob in Deutschland oder z.B.  in den USA lasst uns sollche Veranstaltungen auch in Zukunft gemeinsam stoppen

Was  die Zulassung selektiver Pränataltests  als Kassenleistung angeht gebe ich zu bedenken, dass eine Nichtzulassung  dazu geführt hätte das finanziell benachteiligte schwangere Personen sich den Test nicht leisten könnten, reichere Personen aber schon, das würde dann bedeuten in oberen Klassen der Gesellschaft würde weiterhin selektiert werden können und somit würden bestimmte Beeinträchtigungen noch stärker eine Phänomen der Arbeiter*innenklasse und das schadet auf Dauer der Mehrheit der lebenden behinderten Personen! Wenn in den oberen Klassen prozentual weniger behinderte Menschen vertreten sind als in der Arbeiter*innenklasse, wird der generelle Kampf um die Rechte behinderter Menschen geschwächt. Denn dann wird die Gesundheitsversorgung für behinderte Menschen schlechter , denn der Kampf um gute Gesundheitsversorgung ist Teil des Klassenkampfs!
Der einzige Weg, die Selektion beeinträchtigter Föten zu stoppen ist für eine inklusive Gesellschaft, für die lebenden Menschen mit Beeinträchtigung zu kämpfen denn in einer inklusiven Gesellschaft wird das Bedürfnis solche selektierenden Tests in Anspruch zu nehmen wegfallen. Folgende Aspekte halte ich im Bezug auf die pränatale Diagnostik für grundlegend. Das Recht auf „Nichtwissen wollen“ der schwangeren Person muss genauso durch die Ärzt*innen akzeptiert werden, wie die in Inanspruchnahme möglicher Tests.

Es muss vor jedem Test oder Ultraschall eine Aufklärung stattfinden, welche Möglichkeiten es nach einer unerwünschten Diagnose gibt, im übrigen können auch einige Beeinträchtigungen z.B. Spina bifida durch jeden Ultraschall entdeckt werden.

Diese Aufklärung im Vorfeld der Untersuchungen ist notwendig, da die schwangere Person nur so eine kompetente Entscheidung treffen kann,welche Tests sie machen möchte und nicht die Tests und Ultraschalle macht in dem Glauben es wird schon alles gut gehen und dann doch durch eine negative Diagnose völlig überrumpelt wird.

Ärzt*innen muss es untersagt werden, Präferenzen zum Vorgehen bei einer negativen Diagnose zu äußern.

Wenn sich die schwangere Person für einen Schwangerschaftsabbruch ausspricht, ist das zu akzeptieren, denn es ist ihr gutes Recht.

Die Debatte, ob behindertes Leben lebenswert ist, darf nicht in den Bauch der einzelnen schwangeren Person verlagert werden.

Die § 218-219a müssen ersatzlos gestrichen werden, denn nur, wenn ein generelles Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch besteht, kann wertfrei darüber gesprochen werden, ob die Entscheidung der schwangeren Person gegen ein beeinträchtigtes Kind eine selbstbestimmte Entscheidung ist oder eher gesellschaftlichem Druck folgt.

Weiter Infos auf

https://whatthefuck.noblogs.org/ 


 

Pränataldiagnostik Lebensschützer
Daniel Horneber

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