Am 1. Februar 2026 ist das Buch „Einhörner: Enzyklopädie des Wunderbaren“ von Cécile Roumiguière, übersetzt ins deutsche von Edmund Jacoby, mit Illustrationen von Justine, Altersempfehlung ab 10 Jahren bei Jacoby & Stuart erschienen. „Einhörner“ ist der 8. Band “Der Enzyklopädie des Wunderbaren”. „Einhörner“ ist der erste und einzige Band der Reihe, den ich gelesen und rezensiert habe. „Einhörner“ ist ein grundsätzlich wunderschön illustriertes Kindersachbuch. Das Buch beginnt mit der Überschrift “Ein Traum von Freiheit” mit Zitaten zu Einhörnern. Es folgt eine kurze Einleitung zu den verschiedenen Formen und Bedeutungen von Einhörnern in verschiedenen Kulturen.
Die nächste Doppelseite ist wunderschön in Rottönen gestaltet, auf den Seiten ziehen sich unten und an der rechten Seite Pflanzenillustrationen hoch. Es fliegen auch Schmetterlinge durchs Bild und auf der rechten Seite der Doppelseite sitzt ein Mädchen mit langen Haaren in einem Rollstuhl, auf der linken Seite steht unter der Überschrift „der Zopf“ ein Text über jenes Mädchen im Rollstuhl. Lilli heißt sie und ihre Schwester Neha. Neha flechtet Lilli einen Zopf. In der Folge geht es um Reiten und um Jungs und darum, dass Lilli denkt, dass sie nie reiten wird und nie mit Jungs ausgehen wird, und Schuld ist der Rollstuhl. Die Geschichte von Lilli wird noch auf drei weiteren Doppelseiten über das Buch verteilt weitererzählt.
Der Rollstuhl wird mir dabei zu negativ dargestellt. Die Freiheit sieht Lilli nur auf dem Rücken der Pferde und ihre Schwester verspricht ihr, sich darum zu kümmern, dass sie reiten kann, der Reiterhof lehnt aber ab. Lilli ist sehr enttäuscht und wirft das ihrer Schwester vor. Zu guter Letzt kann Lilli dann doch noch reiten.
In dieser Geschichte, die sich durch das Buch zieht, ist die Schrift in die Illustrationen gesetzt und teils nur äußerst schwer lesbar, das ist mehr als ärgerlich. Im gesamten frage ich mich auch, was diese Geschichte in einem Buch über Einhörner zu suchen hat; an einer Stelle wird kurz ein Kuscheltiereinhorn untergebracht, aber das war es dann auch. Ansonsten ist das illustrierte Kindersachbuch Einhörner aus der „Enzyklopädie des Wunderbaren“ ein faszinierendes Nachschlagewerk. z.B. zum kulturellen Hintergrund von Einhörnern. Das Buch beleuchtet dieses Fabelwesen vielschichtig: Es zeigt das Einhorn sowohl als Symbol für Liebe und Reinheit als auch als wildes, gefährliches Wesen. Themen, wie die historischen Spuren von Indien bis Persien und die Herkunft des Mythos, inklusive der Verbindung zum Narwal, werden spannend aufbereitet und alle Texte sind gut lesbar, die Schriftgröße hätte größer sein dürfen.
Für jüngere und ältere Einhorn-Fans ist das Buch trotz der Mängel um die Geschichte von Lilli eine Empfehlung. Wünschenswert wäre, wenn Eltern dafür Sorge tragen könnten, dass ihre Kinder auch zu Büchern Zugang erhalten, in denen Hilfsmittel wie Rollstühle nicht als reine Belastung behandelt werden.
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