Zalando: Diversität als Quelle zur Profitmaximierung

Zalando hat angekündigt mit der aktuellen Frühlingskampagne all jene „Held*innen“ der Gesellschaft“ zu feiern, „die zu ihren Überzeugungen stehen und sich für dauerhaften Fortschritt einsetzen“. Unter dem Titel „Here to stay“– hier, um zu bleiben, werden Menschen in den Fokus gerückt, die Body Positivity und ihre eigene Gender-Identität leben. Zalando gibt vor, den Dialog über Themen wie Diversity, Inklusion, Frauenförderung anstoßen zu wollen. Dabei lobt Zalando sich selbst für seine aktive und inklusive Unternehmenskultur. 2020 wurde von dem Online-Unternehmen erstmals ein Bericht zur eigenen inklusiven Unternehmenskultur herausgegeben. Was dieser beinhaltet erfährt man nicht. Zalando stellt die Behauptung auf, die Frühlingskampagne des Unternehmens untermauere das selbstgesteckte Ziel einmal mehr, die erste Anlaufstelle für Mode für JEDE*N zu werden“. Was ja im Klartext heißt: „wir haben verstanden, dass wir mit divers erscheinenden Kampagnen mehr Profit machen können“. Dass Barbara Daliri, die diese Kampagne angestoßen und verantwortet hatte, das Unternehmen in dem Moment verlassen hat in dem die Kampagne startete bleibt dabei unerwähnt. Dass bei der in diesem Moment notwendigen Nachbesetzung von Vorstandsposten nur einer Frau aber zwei Männer zum Zuge kamen, lässt die Botschaft zur Frauenförderung unglaubwürdig erscheinen.Außerdem fällt Zalando immer wieder durch schlechte Arbeitsbedingungen auf. Erst 2020 konnte ein echter Betriebsrat installiert werden.Es stellt sich also die Frage, was Aktivist*innen, die sich für die Rechte von marginalisierten Gruppen einsetzen, von solchen Kampagnen zuhalten haben. Meine kurze Antwort dazu ist: Nichts. Meine umfassendere Antwort zur Thematik lautet folgendermaßen: Es ist grundsätzlich gut, wenn ein Modekonzern Mode für ALLE macht, problematisch wird es dann, wenn der Konzern damit schon im Vorfeld wirbt und sich somit ein positives Image verpasst. Meines Erachtens müsste es doch für Konzerne dieser Größenordnung eine Verpflichtung geben, dass ihre Kampagnen divers sind. Es darf nicht sein, dass ein diverses Image nur zur Profitmaximierung dient. Deshalb sollten wir nicht mehr jede Kampagne abfeiern, die sich auf die Fahne schreibt, divers zu sein. Stattdessen sollten wir jede Kampagne oder jedes Casting kritisieren oder sabotieren, wenn es nicht divers ist!

Zalando

 

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