Verflucht normal: CN Psychische und körperliche Gewalt Suizidversuch
Seit dem 28.5.2026 läuft in den deutschen Kinos der Spielfilm „Verflucht normal“ über den Tourette-Aktivisten John Davidson, der im Film von Robert Aramayo gespielt wird. Robert Aramayo liefert für einen nicht-behinderten Schauspieler eine sehr gute Leistung ab. John Davidson war selbst als Produzent an dem Film Verflucht normal beteiligt. Bereits 1989 porträtierte ihn die viel gesehene BBC-Dokumentation „John’s Not Mad“. Regisseur ist Kirk Jones. Der Film Verflucht normal begleitet John Davidson ab dessen Jugend, in der erstmals Symptome auftauchen. Es sind 1980er Jahre in Schottland. John träumt von einer Karriere als Fußball-Torwart. Als er in die Oberschule kommt und im Unterricht ein Gedicht vorlesen soll, tauchen plötzlich die ersten Ticks auf; diese prägen ab diesem Moment Johns gesamten Alltag. Sein Umfeld begreift nicht, dass sein Fluchen und seine Tics eine Beeinträchtigung sind und dass John keine Kontrolle über sie hat, er erlebt Mobbing in der Schule und psychische Gewalt in seiner Familie, er wird mehrmals vom Schuldirektor mit dem Gürtel geschlagen. Mit 13 Jahren begeht er einen Suizidversuch. 13 Jahre später trifft er einen alten Schulfreund wieder und zieht bei diesem ein. Dessen Mutter Dotti wird seine Ersatzmutter und gibt ihm den Halt, den ihm seine leibliche Mutter nicht geben konnte; der Vater hatte sich kurz nach den ersten Tics aus dem Staub gemacht. Im Folgenden geht das Leben weiter, es kommt zu ein paar extrem gewaltvollen Vorfällen. Aber auch zu einer positiven Wendung: durch einen Job im Gemeindezentrum und seinen Chef, dem Hausmeister Tommy, wird er ermutigt und wird zum Aktivisten für die Belange von Menschen mit Tourette-Syndrom. 2019 wird John Davidson von der Queen für sein jahrzehntelanges Engagement als Tourette-Aktivist mit einem Orden ausgezeichnet. Dass die Ordensverleihung in einem prunkvoller Palastsaal in Edinburgh der eigentlichen Handlung vorangestellt wird um dann relativ am Ende noch mal in die Handlung eingewoben vorzukommen, ist eine der wenigen Schwächen des Films. Das kann und hätte so nicht sein müssen, das kann aber auch ein ganz persönliches Ding von mir sein, da ich den Adel ablehne und auch die Vergabe von Orden durch Staaten an behinderte Menschen oder andere marginalisierte Menschen meist als Hohn empfinde, da diese Staaten nur wenig bis nichts tun. Eine weitere kleine Schwäche, die dadurch abgemildert wird, weil John Davidson den Film mitproduziert hat, ist, dass mit Robert Aramayo wieder ein nichtbehinderter Schauspieler die Rolle des John spielt und dafür dann auch noch Preise bekommt wie z.B. den BBC Award. Durch die BBC Award-Verleihung 2026 bekam der Film auch in Deutschland schon weit vor dem Kinostart Aufmerksamkeit; leider negativ, weil der reale John Davidson, der wegen der Nominierung des Films in dem sein Leben gezeigt wird, anwesend war und durch sein Tourette bedingt bei mehreren Schwarzen Schauspieler*innen und Moderator*innen, als sie die Bühne betraten, das N-Wort rief und dies eine Debatte über Rassismus auslöste. Die Kritik ging aber hauptsächlich an die BBC, die in der aufgezeichneten Ausstrahlung der Verleihung das N-Wort nicht rausgeschnitten hatte. Im Übrigen sind alle Nebenrollen, die Tourette haben, mit Menschen besetzt, die Tourette haben. Der Film „Verflucht normal“ zeigt sehr gut, dass nicht das Tourette-Syndrom das Problem ist, sondern die Gesellschaft, die nicht gemacht ist für behinderte Menschen. Der Film „Verfluch normal“ ist eine totale Empfehlung.
https://www.youtube.com/watch?v=Mrw73l6-VFM
https://inklusion-statt-integration.de/