Stechmückensommer eine Rezension eines Jugendbuches

Mit Stechmückensommer ist 2018 im Knesebeck Verlag ein Jugendbuch erschienen, dass aus der Perspektive der 13 jährigen Madeleine geschrieben ist. Madeleine wurde von ihren Eltern ins Ferienlager nach Schweden geschickt. Dort wird sie, wie in der Schule auch, wegen ihres Gewichts gemobbt. Madeleine versucht mit dieser Diskriminierung und den sich daraus ergebenden Situationen, klar zu kommen.

Beim Besuch eines Bergwerkes entfernt sie sich von der Gruppe, setzt sich wieder in den Bus und schläft ein. Doch dann wird der Bus von dem 15jährigen Julian, einem Punk, geklaut und sie gleich mit.

Nach anfänglicher Angst und Wut, dass dieser Typ sie entführt hat, beginnt ihr der Gedanke zu gefallen mit ihm zum Nordkap zu fahren. Denn dorthin will Julian nämlich hin. Madeleine nennt sich Julian gegenüber „Lore“. Als sie auf ihrer Fahrt quer durch Schweden plötzlich Geld brauchen, weil ihr Benzin fast alle ist, beschaffen sie dieses aus einem Zelt auf einem Campingplatz. Als sie zum Bus zurückkommen, sitzt da plötzlich Vincent auf der Rückbank. Vincent hat das Downsyndrom.

Vincent wird, so finde ich, körperlich sehr stereotyp beschrieben. Er möchte die beiden begleiten. Bei dem Versuch, ihn aus dem Auto zu bekommen, beleidigt ihn Julian mit einem Schimpfwort für Menschen mit Downsyndrom. Worauf Vincent umgehend klar stellt, dass dieses Wort nicht geht. Trotzdem hilft er Julian und Madeleine aus der Klemme er zeigt ihnen wo die Tankstelle ist.

Dass Julian die Beleidigung nutzt und Vincent als Riesenbaby bezeichnet, ist meiner Ansicht nach problematisch, und dass Julian einfach nur als dumm dargestellt wird, macht es nicht gerade besser. Meiner Meinung nach werden so die Leser*innen nicht ernst genommen, welche durchaus in der Lage sind, diskriminierende Strukturen als solche zu erkennen.

Das Ziel der drei ist weiterhin das Nordkap. Die Tour durch Schweden wird zunächst mit dem Bus fortgesetzt, dann aber zu Fuß. Die Drei werden diese nicht so schnell vergessen.

Trotz der spannenden Abenteuer, welche die drei auf ihren Trip noch erleben, tue ich mich schwer, das Buch Stechmückensommer zu empfehlen. Die teils diskriminierende Sprache schmälert massiv das Lesevergnügen

inklusion

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