Die Kandidatin von Constantin Schreiber eine Rezension

Das Buch Die Kandidatin ist der erste Roman des Journalisten und Tagesschau-Sprechers Constantin Schreiber  erschienen ist das Buch die Kanditatin im Verlag Hoffmann & Campe, Hamburg 2021, 208 Seiten, 22 Euro. Der Verlag Hoffmann und Campe schreibt über das Buch ein „kühner Roman von politischer Sprengkraft und visionärer Relevanz“.

Das Buch Die Kandidatin ist im Deutschland um das Jahr 2050 angesiedelt. Die Mitte des politischen Spektrums, was auch immer das sein soll, ist nicht mehr existent. Es gibt nur eine „national-sozialistisch“ orientierte Rechte, die z.B aus Reichsbürgern und Völkischen Siedlern besteht und einen gewaltsamen Umsturz plant, und eine linke Bewegung, die sich hinter Sabah Hussein, versammelt. S. Hussein floh mit ihren Eltern aus Syrien und kam 2015 nach Deutschland. Jetz ist S. Hussain Kanzlerkandidatin der ÖP (ökologischen Partei). Sie ist bereits als Ministerin an der Regierung beteiligt

Es gilt ein Gesetzt zur Vielfaltsförderung, dass alle Bürger*innen dazu verpflichtet, einen Eintrag im Personalausweis zu führen, ob „sie oder er weiß, schwarz, Muslima, homo oder transsexuell sind, ob sie einen Hijab trägt oder ob sie/er auf andere Weise divers ist“. Mit diesem Eintrag sind Privilegien verbunden. Bei falscher Sprache drohen Sanktionen. Wer beispielsweise versehentlich sagt „die Kandidatin trägt Kopftuch“ anstatt „die Kandidatin trägt Hijab“, wird bestraft.

Was mir auffiel ist die schwache Analyse am Anfang des Buches warum sich die Rechte vor allem im Osten des Landes ausbreitete. Bei der Beschreibung der Zustände im Osten wird erkennbar, dass der Autor Tagesschausprecher ist.

Auch erscheint die negative Haltung gegenüber China und Russland direkt aus der Redaktionssitzung der Tagesschau bzw. von Konservativen bis linksliberalen Parteien von heute übernommen zu sein. Dies wird soweit gesteigert, dass ein Angriffskrieg Chinas auf Taiwan herbei fantasiert wird.

Schreiber lässt seine Protagonistin S. Hussein während einer Chinareise sogar überlegen, ob ihr politisches Konzept, dass die weiße Überlegenheit das größte Problem der Zeit ist noch richtig, oder ob China nicht die größere Gefahr darstellt. Das Hauptnarrativ des Buches ist, dass durch die Diversitätspolitik der Linken der konservative Islam dominant wird. Beispielsweise gibt es in Berlin-Neukölln eine, nach dem immer noch regierenden türkischen Diktator Recep Tayyip Erdoğan benannte Schule. Es wird auch ein Fußballer in Schutz genommen weil man ihn kritisierte, sich mit einer Taliban-Delegation ablichten zu lassen.

Linke in die Nähe der Taliban-Tolerierung zu rücken halte ich für unverschämt. Geschickt nutzt Schreiber den existenten Streit innerhalb der feministischen Bewegung in Bezug auf den Hijab und tut dabei so, als würde die Seite, die den Hijab verteidigt diejenige sein, die Ihre Konkurrent*innen unterdrückt. Beim Thema „Gendern“ wird der Hauptprotagonist*in dass S. Hussein unterschwellig unterstellt dass sie es nicht ernst meint mit ihren politischen Statements, sondern das Thema nur zum Machterhalt nutzt, da sie eigentlich konservativ denkt.

Auch die DITIB, die türkische Religionsbehörde, ist 2050 in Deutschland aktiv und wird steuerlich finanziert.

Ob Schreiber der Linken und den Islamisten echte Zusammenarbeit oder den Linken nur Naivität in Bezug auf den Konservativen Islam vorwirft wird nicht deutlich.

Nach einem Attentat durch eine faschistische Attentäter*in auf Hussein eskaliert die Situation und es kommt zu gewaltsamen Unruhen.

Einfach absurd und schlecht gemacht ist das Buch, wenn es um die Diversitätskategorie von Beeinträchtigung geht. Da gibt es z.B. den Fall Stefan Fritz, einem Schauspieler, der für eine Rolle abgelehnt wurde, weil er weiß, männlich und nichtbehindert ist. Schreiber läßt S. Fritz sich den Fuß absägen um daraufhin verlangen zu können, berücksichtigt zu werden, weil er nun behindert sei.

Unlogisch innerhalb der Logik des Buches ist, dass die staatliche Quote für Unternehmen wie viele behinderte Menschen sie einstellen müssen im Vielfaltförderungsgesetzt mit 3% angegeben wird. Dies ist weniger als das was seit einigen Jahrzehnten in der BRD real für Unternehmen schon gilt, nämlich 5%. Somit fällt hier ein Empörungspunkt, den Schreiber bei seiner Klientel machen könnte weg (ist da etwa eine Wissenslücke?)

In diesem Buch wird auf absurde Weise Stimmung gegen Diversität gemacht und es wird das Narrativ der Neuen Rechten verbreitet das der „Alte weiße Mann“ unterdrückt wird.

Dieses Buch wird von mir nicht empfohlen ich hoffe es wird keine weiteren Auflagen davon geben.Die Kandidatin

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