Paula und die Zauberschuhe ein Kinderbuch eine Rezension

Mit Paula und die Zauberschuhe ist im Mabuse Verlag ein Bilderbuch über ein Kind mit einer körperlichen Behinderung erschienen.

Die Hauptprotagonistin Paula ist ein Vorschulkind. Sie hat eine Zerebralparese und dadurch eine Spastik.  Sie nutzt Orthesen und einen Rollator zur Fortbewegung.

Das Buch begleitet Paula durch ihren Alltag. Paula weiß, was sie will und was sie kann. Wenn ihre Beine ohne Orthesen nicht so wollen, wie Paula es sich wünscht, ist sie darüber sauer, traurig oder wütend. Meistens ist sich Paula ihrer Beeinträchtigung zwar bewusst, hat sie als Ihre Normalität akzeptiert.

Es ist möglich, das Buch auf mehrere Arten zu lesen.

Die erste Form, wie das Buch genutzt werden kann ist, dass Eltern und Erzieher*innen es mit Kindern ab 3 Jahren als Bilderbuch anschauen können. Diese Möglichkeit ermöglicht, dass Kinder sich die Lebenswelt von Paula, auf ihre eigene Art, eigenständig erschließen können.

Durch den Verlag wurden die einzelnen Seiten entweder mit einem Schmetterling oder einer Orthese gekennzeichnet.

Dadurch werden die „Lesemöglichkeiten gegliedert und es bieten sich drei Möglichkeiten die Geschichte zu lesen. Entweder liest mensch nur die Seiten mit dem Schmetterling und bekommt eine Geschichte geboten, in der Paula durch ihr Alltagsleben als Vorschulkind begleitet wird. Wenn mensch nur die Seiten liest, die mit der kleinen Orthese gekennzeichnet sind, begleitet man Paula zu ihren Therapien oder zu Ärzt*innen und erfährt mehr über Therapiemöglichkeiten, Hilfsmittel und Medikamente. Diese Art der Erzählung, denke ich, ist eher für selbstbetroffene Kinder geeignet, um sie zu motivieren oder ihnen Ängste zu nehmen Als dritte Möglichkeit kann mensch auch das ganze Buch vorlesen diese drei Möglichkeiten gelten auch für Selbstleser*innen.

Paula und die Zauberschuhe“ ist ein gutes Buch!

Trotzdem gibt es einige wenige Abschnitte, welche ich mir anders gewünscht hätte.

  1. dass die Leser*innen keine Momente miterleben, in denen Paula merk, dass die Umwelt nicht für sie gemacht ist. Denn wenn Paula negative Gefühle hat, hat das immer etwas mit ihrem Körper zu tun und nicht mit einer sie behindernden Umwelt. Das ist deshalb schade, weil der*dem Leser*in dadurch nur bleibt, die Beeinträchtigung auf sich zu beziehen, so als wäre es selbst schuld an dieser Situation.
  2. Folgende Szene: Paula soll beim Arzt vormachen wie sie läuft und hat dazu keine Lust. Diese Situation wird aus Paulas Perspektive so erzählt: Die Arzthelferin bringt Paula dazu doch vorzumachen, wie sie Laufen kann. Paula ist froh darüber weil da durch verhindert wird, dass die Mutter mit Fernsehverbot drohen kann. Ich finde es pädagogisch äußerst bedenklich , dass Kindern vermittelt wird dass es legitim, sein könnte wenn sie sich in solchen Situationen weigern etwas zu tun, das sie dafür bestraft werden können. Denn das ist definitiv nicht legitim sie dafür zu bestrafen!
  3. Ich sehe auch den Titel „Paula und die Zauberschuhe“, der im Buch an einer Stelle auch aufgegriffen wird, kritisch. Denn ich finde es nicht hilfreich Hilfsmittel märchenhaft zu verklären. Hilfsmittel haben nichts mit Zauberei zu tun😊. Eine solche Betrachtungsweise trägt, meiner Ansicht nach, nicht zur Normalisierung bei.

Und doch ist die Hauptprotagonistin Paula aus dem wunderschön illustrierten Buch wunderbar geeignet für Kinder im Kindergarten und Grundschulalter, die eine Beeinträchtigung haben, als Identifikationsfigur geeignet.

Darüber hinaus bietet es auch die Möglichkeit zur Sensibilisierung von Kindern für das Thema Beeinträchtigung beizutragen. Dazu dient besonders das didaktische Material am Ende des Buches. Dort finden Erwachsene außerdem noch Fachinformationen über Paulas Beeinträchtigung und über im Buch erwähnte Therapien.

Fazit: trotz der drei angemerkten Kritikpunktem wäre es sehr wünschenswert, wenn dieses Buch bald in vielen Kitas im Bücherregal steht.

Arbeit Inklusion statt Integration Sexualassistenz

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