„Kleiner Löwe, großer Mut “ eine Kinderbuch Rezension

Tom Beld, Carolin Helm und Alexandra Helm erzählen in „Kleiner Löwe, großer Mut“ die Geschichte des kleinen Löwen Tobe. Dieser hatte nach einer unglücklichen Begegnung mit einem Krokodil nur noch drei Beine.

Die Geschichte beginnt dort, wo Tobe wieder am Leben teilnehmen möchte. Er merkt sehr schnell, dass ihn seine Freunde anders behandeln, als vor dem Unfall. Sie sagen Sätze wie: „wir wollen dich schonen“. Tobe will aber überhaupt nicht geschont werden! Tobe muss seine Freunde immer erst überzeugen, mit ihm ganz „normal“ umzugehen. Er will, dass sie mit ihm zusammen brüllen, mit ihm um die Wette laufen und Wasserbomben machen. Deshalb sagt er zum Nashorn z.B. folgendes:

Eine Freude machst du mir, wenn du mich wie immer behandelst. Nur durch starke Gegner wird man stärker. Ich bin ein Löwe, also mess ich meine Kräfte.“

Tobe ist schließlich so genervt von dem Verhalten der anderen Tiere, dass er sich ein Ziel setzt, was ihn fast überfordert, denn er möchte einen hohen Berg besteigen.

Seine Eltern halten ihn nicht ab, raten ihm aber seinen besten Freund, den Büffel mitzunehmen. Sein Vater sagt noch zu ihm:

„…Denn jeder braucht mal Hilfe…“

Am nächsten Morgen macht sich der kleine Löwe Tobe mit seinem Freund, den Büffel, auf den Weg. Wird er es schaffen…

Die Geschichte vom „kleinen Löwen Tobe“ macht auf drei Punkte aufmerksam:

Erstens vermittelt die Geschichte das was Menschen mit Beeinträchtigung sehr oft erleben, nämlich von der Gesellschaft unterschätzt zu werden, und es im übertragenen Sinn zu skurrilen Situationen kommt: keiner möchte mehr mit einem brüllen, obwohl man „nur“ ein Bein verloren hat.

So ein Verhalten legen nicht beeinträchtigte Menschen aber nicht nur Menschen gegenüber an den Tag, die ihre Beeinträchtigung gerade erst erworben haben, sondern teilweise auch dann, wenn die betreffende Person schon 30 oder mehr Jahre mit ihrer Beeinträchtigung leben. Verwundert wird man mit solchen Kommentaren konfrontiert wie: „es ist schön, dass du arbeiten gehst, aber ist das nicht viel zu anstrengend für dich?“

Der zweite Punkt, den das Buch zur Sprache bringt ist, dass wir Menschen mit Beeinträchtigung durch das Verhalten der Gesellschaft, die uns nichts zutraut, dazu übergehen, Dinge zu tun, die uns zuweilen wirklich überfordern, nur um zu beweisen, dass wir vollwertig sind.

Als dritten Punkt vermittelt die Geschichte, dass es nicht schlimm ist, wenn man nicht alles alleine schafft. Jeder braucht mal Hilfe, und darf sie einfordern bzw. annehmen.

Dieses Buch möchte seinen kleinen Zuhörer*innen und Leser*innen, das Buch ist ab 5 Jahren geeignet, vermitteln, wie sie mit Freund*innen, die einen Unfall hatten oder eine angeborene Beeinträchtigung haben, umgehen sollten: Vielleicht kann man nicht alles gemeinsam unternehmen. Vielleicht muss man sogar Rücksicht nehmen, na und?. Vor allem aber zeigt die Geschichte, dass man beeinträchtigte Freund*innen bei ihren Unternehmungen unterstützen und nicht aus lauter Sorge ausbremsen sollte.

Das dieses Buch mit Tom Belz als Autoren von jemandem geschrieben wurde, der sich mit der Materie auskennt merkt mensch sofort. Tom Belz hat selber ein Bein verloren und weiß daher genau, welche Reaktionen von der Umwelt zu erwarten sind. Er hat sich einen Traum erfüllt und 2018 den Kilimandscharo bestiegen und sich dabei an seine Grenzen gebracht.

An diesem Punkt setzt meine Kritik ein: Es wird meines Erachtens ein problematisches Bild des afrikanischen Kontinents reproduziert. Die Geschichte findet auf einem Kontinent statt, indem Tiere aber keine Menschen leben. Das ist ein bisschen das, was durch die Illustrationen, meiner Ansicht nach, vermittelt wird. Generell finde ich die Tendenz fragwürdig, Kindern „schwierige“ Themen, nahezubringen in dem auf Tiere als Protagonist*innen zurückgegriffen wird.

Die Geschichte ist als Vorlesebuch, geeignet um Kinder z.B in der Kita im Umgang mit Kindern mit Beeinträchtigung zu sensibilisieren.

Arbeit Inklusion statt Integration Sexualassistenz

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