Die wichtigsten Schritte zu inklusiver Bildung

Der wichtigste Schritt zu inklusiver Bildung in Deutschland ist ein Schulsystem was sich an den einzelnen Menschen anpasst  und wo sich nicht der einzelne Mensch an das Schulsystem anpassen muss, ganz nach dem Prinzip: jede*r nach ihren/seinen Fähigkeiten. Ich nenne dieses Konzept  „inklusive politechnische Oberschule“ IPOS.

Zu inklusiver Bildung ist Deutschland spätesten seit der Ratifizierung der UN Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) im Jahre 2009 verpflichtet.

In Artikel 24 der UN Behindertenrechtskonvention wird sinngemäß folgendes gefordert: behinderte Menschen haben ein Recht auf Bildung, und dass dieses Recht ohne Diskriminierung und auf  Grundlage der Chancengleichheit zu verwirklicht wird.

Behinderte Menschen sollen ihre Persönlichkeit, ihre Begabungen und ihre Kreativität, sowie ihre geistigen und körperlichen Fähigkeiten voll entfalten können.

Behinderte Menschen sollen zur Teilhabe an der Gesellschaft befähigt werden. Behinderte Menschen dürfen nicht vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werde.

Es sind dafür von den Staaten angemessene Vorkehrungen für die Bedürfnisse aller Schüler*innen zu treffen. Es muss innerhalb des allgemeinen Bildungssystems die notwendige individuelle Unterstützung geleistet werden.

Es muss das Erlernen von Brailleschrift gewährleistet werden, ebenso die Möglichkeit zum Erlernen der Gebärdensprache. Auch die Förderung der sprachlichen Identität von gehörlosen Menschen muss gewährleistet sein.

Das bedeutet für mich konkret, dass in jedem Unterricht an dem gehörlose Schüler*innen teilnehmen, ein*e Gebärdendolmetscher*in anwesend sein muss. Zur Förderung der Gehörlosenkultur muss an jeder Schule als erste Fremdsprache Gebärdensprache im Wahlpflichtfach angeboten werden.

Um zur Verwirklichung dieses Rechts beizutragen, treffen die Vertragsstaaten geeignete Maßnahmen zur Einstellung von Lehrkräften, einschließlich solcher mit Beeinträchtigungen, darunter solche für die Gebärdensprache ihre Muttersprache ist, oder jene für die Brailleschrift die Erstform der schriftlichen Kommunikation ist.
Diese Maßnahmen müssen nicht nur bei schulischer Bildung zur  Anwendung kommen, die Vertragsstaaten stellen sicher, dass dies auch in der Hochschulbildung,  der Berufsausbildung, der Erwachsenenbildung und beim lebenslangen Lernen gilt.

Das Lehramtsstudium muss bundesweit verpflichtend Seminare zur Inklusion beinhalten. Es muss ein Ende damit haben, dass es weiterhin Lehramtsstudent*innen gibt, welche nicht inklusiv unterrichten können. Sonderpädagog*innen sollten nur noch für Regelschulen ausgebildet, werden wo sie in Zukunft in multifunktionalen Teams im Tandem mit Regelpädagog*innen unterrichten.

Darüber hinaus sind alle Universitäten, vorrangig aber die für Pädagogik und Lehramt barrierearm umzubauen um auch Menschen mit Beeinträchtigungen  den Zugang zum Lehramtsstudium zu ermöglichen.

Ab 2025 muss es einen generellen Schüler*innenstopp für Neuaufnahmen in Sonderschulen geben. Allen Schüler*innen muss ein Wechsel an die Regelschule ermöglicht werden. Den dadurch freiwerdende Lehrer*innen wird die Wahl gelassen, ob sie an eine Regelschule wechseln oder an noch einzurichtende Beratungszentren, wo sie Regelschullehrer*innen fortbilden oder beraten, Diese Zentren sind in jeder Stadt sofort einzurichten.  2030 sind alle Sonderschulen zu schließen.

Alle Gelder die zur Zeit noch fälschlicherweise in den Ausbau von Sonderschulstrukturen gesteckt werden müssen in die oben genannten Maßnahmen fliesen.

An jeder Schule muss ein Team von Schulbegleiter*innen angestellt werden. Jede Schule muss, wenn sie gehörlose Schüler*innen hat, Gebärdendolmetscher*innen gestellt bekommen, 2 für jede Klasse mit einem oder mehreren gehörlosen Schüler*innen. Das Team aus Sonderpädagog*innen und Schulbegleiter*innen muss an jeder Schule so groß sein, dass dieses Team in der Lage ist,  neben dem unterrichten inklusive Materialien z.B. in Leichter Sprache, in Gebärdensprache oder in Brailleschrift herzustellen.

Es muss Fortbildungen in inklusiver Pädagogik alle 2 Jahre für alle Lehrer*innen geben,  diese Fortbildungen müssen verpflichtend sein dürfen aber nicht zu Mehrarbeit führen. Die Fortbildung müssen den Fokus auf die Wahrnehmung von Barrieren in Unterricht und Gesellschaft legen.
Die Schulen sind technisch immer auf dem neustem  inklusiven Standard zu halten.

Da es bei inklusiver Bildung darum geht, dass die Kinder nicht der Schule sondern die Schule den Kindern angepasst wird, deshalb muss es auch nicht nur an jeder einzelnen Schule die oben beschriebenen Veränderungen geben sondern auch das  System im Ganzen muss inklusiv gestaltet werden.
Deshalb muss das bestehende Schulsystem, welches in Deutschland eigentlich aus 16 Systemen besteht, die, je nach Bundesland, anders aufgebaute sind (entweder dreistufig oder zweistufig) in ein einheitliches, bundesweit organisiertes System überführt werden. Diese Schule muss eine allgemein bildende Schule für alle sein auf der ein Abschluss erworben wird der nach der 10. Klasse,  zur Aufnahme einer Berufsausbildung und zum Fachschulstudium berechtigt. Es findet keine institutionelle Separation und Selektion statt. Das Ziel ist eine moderne, allseitige Allgemeinbildung, die keine Geringschätzung bestimmter Fächergruppen zulässt.

Polytechnisch meint die Verbindung aus geistig-schöpferischem Denken und praktisch-produktiver Arbeit. Für das Konzept des polytechnischen Unterrichts bedeutet dies, dass sich theoretisch-durchdringendes und praktisch-umgestaltendes Tun ideal verbinden sollten.

Die inklusive polytechnische Oberschule ist in Unterstufe, Mittelstufe und Oberstufe gegliedert die Unterstufe umfasst die Klassen 1-4. Als Fächer in der Unterstufe erscheinen als sinnvoll Deutsch: Sprache und Literatur, Geschichte, Sachkunde, Mathematik, Zeichnen, Musik, Werken, Handarbeit, Englisch oder DGS, Sport, Schulgarten und Klassengemeinschaftsstunden

Die Mittelstufe der IPOS
Die Mittelstufe beinhaltet die 5 Klasse und 6 Klasse. Es gibt die Fächer Deutsche Sprache Literatur, Mathematik, Biologie und Geographie, Werken, Geschichte, Kunsterziehung, Musik, Sport ab der 6 Klasse Physik und eine 2. Fremdsprache/ Gebärdensprache für hörende Schüler*innen, welche als erste Fremdsprache DGS belegt hatten dürfen Englisch wählen gehörlose Schüler*innen welche ja als erste Fremdsprache hatten dürfen entscheiden welche zweite Gebärdensprache sie erlernen wollen.

In der Oberstufe, Klassen 7-10, kommen die Fächer Informatik Chemie und Astronomie Unterricht und Technisches Zeichnen hinzu.
Die Schüler*innen müssen nach der 10 Klasse in vier Fächern schriftlich und in zwei Fächern mündlich Prüfungen ablegen, wo bei zwischen Deutsch oder Mathematik schriftlich gewählt werden muss.

Wer besteht kann eine Ausbildung oder ein Fachhochschulstudium absolvieren. Wer mit bis zu 3,0 besteht darf die Abiturstufe belegen. Bestehen heißt 4,0.Wer nicht bestanden hat darf wiederholen bis er/sie bestanden hat. Es müssen Vorkehrungen getroffen werden, dass Beeinträchtigung kein Grund für nichtbestehen ist

In der Abiturstufe gibt es folgende Fächer: Deutsche Sprache und Literatur, Englisch / DGS und eine 2. Fremdsprache, Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Geographie, Astronomie, Geschichte, Kunsterziehung oder Musik und Sport
In vier Fächern muss nach der 12 Klasse eine Prüfung abgelegt werden. Wer besteht darf ein Universitätsstudium beginnen. Bestanden ist mit 3,0 wer nicht besteht darf einmal wiederholen.
Noten gibt es ab der Mittelstufe in der inklusiven IPOS. Durchfallen wird bis zur 10 Klasse abgeschafft.
Es gibt neben der inklusiven IPOS die Fremdsprachlichen inklusiven IPOS. Diese bieten denselben Unterricht an, ihr einziger Unterschied ist, dass die Unterrichtssprache nicht Deutsch ist sondern z.B Englisch Französisch
Mein Vorschlag wäre, das Sonderschulen für Gehörlose zu solchen inklusiven Fremdsprachen IPOS umgewandelt werden. Sie sind dann auch offen für hörende Schüler*Innen. Alle Lehrer*innen an diesem inklusiven Gebärdensprach IPOS müssen DGS sprechen denn Unterrichtssprache ist die deutsche Gebärdensprache DGS. Bei inklusiver Bildung werden die Potenziale aller erkannt was nicht nur dem einzelnen sondern auch der Gesellschaft nützt.inklusiver Bildung

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