Ein Baby wie eine Familie entsteht eine Rezension

Ein Baby – wie eine Familie entsteht“ – Eine Rezension

Mit „Ein Baby – wie eine Familie entsteht“ ist im Juli 2021 ein innovatives Sachbilderbuch über die Frage, wie ein Baby entsteht bei Penguinrandomhouse in Deutschland erschienen.

Als erstes schildert das Buch verschiedene Mühten, wie die Babys zu den Eltern kommen.

Auf den nächsten Seiten  wird darauf hingewiesen, dass Babys nach der Geburt anhand sichtbarer Geschlechtsmerkmale den Geschlechtern männlich bzw. weiblich zugeordnet werden. Die sichtbaren Geschlechtsmerkmale werden kurz beschrieben, und mit Penis und Vulva erfreulich korrekt bezeichnet.

Als nächstes wird beschrieben, dass Menschen, die älter sind, Kinder bekommen können, wenn sie dies wollen. Es folgt eine Erklärung darüber, dass in den Hoden die Samenzellen und in den Eierstöcken die Eizellen entstehen. In kleinen Illustrationen sind eine Samenzelle, eine Eizelle, ein Penis mit Hoden und der innere Aufbau der Gebärmutter abgebildet. Dieser Abschnitt wird mit einer Hintergrundillustration bebildert. Man sieht einen Duschraum mit mehreren nackten Menschen. Auf der nächsten Seite wird beschrieben, dass eine Person mit Penis und eine Person mit Scheide (das hier nicht Vulva steht ist ärgerlich) ein Baby zeugen können, wenn sie das wollen. Wir sehen in der oberen Hälfte zwei Menschen in einem Bett unter einer Decke in der unteren Hälfte sehen wir zwei kleinere Illustrationen auf der einen ist eine Vulva, in welche ein Penis eingeführt ist abgebildet, auf der zweiten sind Samenzellen, die auf eine Eizelle zu schwimmen abgebildet.

Warum es die Abbildung mit Penis und Vulva gibt, auf der noch die untere Hälfte der Bäuche die Beckenpartien und die Oberschenkel zusehen sind aber nicht Oberkörper und Kopf, verstehe ich nicht. Man hätte die Decke beim oberen Bild gut weglassen können, dann wirkte das Dargestellte nicht so technisch, sondern menschlich. Meines Erachtens ist diese Passage nicht wirklich gelungen.

Auf den nächsten Seiten werden mehrere Formen künstlicher Befruchtung beschrieben. Zum einen, wie Samenzellen direkt in die Gebärmutter eingeführt werden, andererseits wie ein Embryo durch Befruchtung im Labor entsteht und dann eingesetzt wird. Anschließend folgt ein Abschnitt, in dem „Leihmutterschaft“ angesprochen wird. Es wird darauf hingewiesen, dass Leihmutterschaften in Deutschland verboten sind. Diese Thematik in nur drei Sätzen darzustellen, misslingt meiner Meinung nach.

Auch das Thema „Adoption“ wird angesprochen. Meines Erachtens unglücklich ist dabei, dass der Eindruck entstehen könnte, dass nur Kinder aus dem Ausland adoptiert werden da sich dort die Eltern nicht um ihre Kinder kümmern können. Das auch in Deutschland geborene Kinder in Deutschlands adoptiert werden, weil sich ihre Eltern nicht kümmern können, wird nicht deutlich.

Es folgt die Erklärung, dass Kinder neun Monate im Bauch ihrer Mutter heranwachsen. Wie dieses Heranwachsen im Mutterleib erfolgt illustrieren Bilder auf vier Seiten. Im Anschluss wird auf Zwillinge eingegangen.

Die Beschreibung, was kurz vor und während der Geburt passiert, kommt anschließend. Auf den nächsten zwei Seiten werden verschiedene Familienkonstellationen abgebildet.

Erneut folgt eine Seite zum Geschlecht des Babys. Wobei nochmals behauptet wird, dass alleine Penis oder Vulva über das Geschlecht entscheiden. Meines Dafürhaltens wird zu kurz auf Intersexualität eingegangen. Darüber hinaus wird diese als Abweichung und nicht als Geschlechtsvarianz beschrieben. Kurz wird auch auf Transidentität eingegangen. Dass die Themen Transidentität und Intersexualiät nicht gleich am Anfang, im Zusammenhang mit dem Geschlecht des Babys behandelt werden, ist meiner Ansicht nach schlecht gemacht.

Auch „Fehlgeburt und Frühgeburt“ werden noch behandelt. Leider wird dabei das Thema Fehlgeburt in nur drei Sätzen abgehandelt. Ich finde das sehr unsensibel und misslungen und der Thematik nicht angemessen. Was mir fehlt ist, dass auf beeinträchtigte Babys eingegangen wird.

Die Illustrationen sind, meines Erachtens, sehr schön und gelungen bis auf jene die Geschlechtsteile ohne Menschen zeigen. Für gut gelungen halte ich, dass die Illustrationen Menschen mit einer Diversität an Hauttönen zeigen. Auch die Seite über Familienformen, ist sehr divers. Leider gibt es keine sichtbar beeinträchtigte Mutter oder beeinträchtigte Kinder. Erfreulich ist, dass es einen beeinträchtigten Vater gibt, der mehrmals auftaucht. Trotz der beschriebenen Mängel bekommt das Buch „Ein Baby – wie eine Familie entsteht“ meine Empfehlung.

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