Am 29.06.2022 erschien das Buch Vom »Volkskörper« zum Individuum Untertitel Das Bundesministerium für Gesundheitswesen nach dem Nationalsozialismus von Lutz Kreller und Franziska Kuschel im Wallenstein Verlag das Buch hat 368 Seiten.
Hauptthema des Buches ist die Entwicklung der Gesundheitspolitik nach 1945 und im Besonderen die Entwicklung des Bundesministerium für Gesundheitswesen in den 1960er und 1970er Jahren.
Das Buch ist in drei Blöcke aufgeteilt. In der Einleitung geht Lutz Keller auf den Zusammenhang von Humanismus und Medizin ein um dann auf die Pervertierung dieses Zusammenhangs im Nationalsozialismus zu verweisen und darauf wie Gesundheitspolitik zum Spielball der rassistisch-biologistischen Volkskörper Ideologie wurde auch in der Sprache in dem z.B. Demokratie zum Bazillus erklärt wurde die den Volkskörper zerstört es wird auch darauf eingegangen dass es im Namen der Rasse und des Volkskörpers zu eugenischen Morden an kranken und behinderten Menschen gekommen ist und Lutz Keller geht z.B. den Amtsarzt Josef Stralau ein der in das Zwangssterilisierung Programm des Faschismus verwickelt war und später auch Karriere in der BRD erst im Innenministerium und dann im Gesundheitsministerium gemacht hat. Es werden noch weitere Themen angeschnitten, die im Verlauf des Buches Thema sind.
Den ersten Block im Buch hat Lutz Kreller geschrieben im ersten Kapitel des ersten Blocks wird die Entwicklung der Gesundheitsbürokratie in Deutschland vom Norddeutschen Bund über die Reichsgründung die Weimarer Republik dem Faschismus bis zum NS Staat Im Zweiten Kapitel des ersten Blocks geht es dann um die Gesundheitsverwaltung in den westlichen Besatzungszonen nach dem zweiten Weltkrieg und der Bundesrepublik bis zur Gründung des Bundesministerium für Gesundheit und dessen Aufbau dazu muss man wissen Gesundheitspolitik war bis dahin im Bundesinnenministerium und bei den Bundesländern angesiedelt und zur Gründung kam es kann man sagen eher aus Verlegenheit.
Sowohl SPD als auch die FDP hatten mit Gesundheitspolitik Wahlkampf gemacht nicht so die CDU unter Konrad Adenauer aber nach der Wahl drängten die Frauen in der CDU auf mehr Einfluss in Fraktion und Kabinett und schlugen die Juristin Elisabeth Schwarzhaupt vor diese wollte eigentlich lieber Justizministerin werden Aber Adenauer meinte das Justizministerium sei nichts für eine Frau er gründete Lieber das Gesundheitsministerium zufrieden war weder Elisabeth Schwarzhaupt damit noch die deutsche Ärzteschaft die einen Arzt an der Spitze des Ministeriums sehen wollten.
Den zweiten Block hat Franziska Kuschel geschrieben Im ersten Kapitel des zweiten Block analysieren Lutz Kreller und Franziska Kuschel die Biografien leitender Beamtinnen und Beamten des BMGes und deren im Kaiserreich, in der Weimarer Republik und während des »Dritten Reiches« geprägtes Selbstverständnis z.B. auf Josef Stralau und seine Verstrickung in den NS Staat wird dabei eingegangen. Im zweiten Kapitel wird auf die drei ersten Staatssekretäre im Gesundheitsministerium eingegangen wobei auch der erste Staatssekretär eine Nazivergangenheit hat. Im dritten Kapitel des zweiten Blocks wird auf die drei ersten Ministerinnen im Gesundheitsministerium und ihre Amtsführung eingegangen spannend ist dabei das alle drei Frauen waren die erste von der CDU und die zwei folgenden von der SPD.
Im dritten Block den Lutz Kreller geschrieben hat geht dieser im ersten Kapitel auf die Reform des ärztlichen Standes- und Zulassungswesens, hier wird aud dies Geschichte dieser Verordnungen eingegangen ab 1935 änderten die Faschisten hier relativ viel was nun ab 1953 reformiert werden sollte wobei die Zulassungsverordnung bei Ärzt*innen weiterhin Bestallungsordnung hieß in den Folgejahren ging es dann auch viel um den Konflikt ob es Bestallung oder Approbation heißen soll das ganze ist keine reine Wortklauberei im Bereich der ist Ärtzt*innen ist Bestallung eine Erfindung der Faschisten im Bereich hoher Staatsbeamter, ist der Begriff schon älter, wenn diese in ihr Amt eingeführt werden. Auch an diesem Punkt zeigten sich die NS Kontinuitäten in der Gesundheits Bürokratie Im zweiten Kapitel geht es um die Sterilisation Debatte in den 60 Jahren in denen es einerseits und den Entwurf eines Gesetzes zur freiwilligen eugenisch indizierten Sterilisation, ging die von Teilen im Ministerium für das Gesundheitswesen gefordert wurde auch hier treten faschistische Kontinuitäten im Gesundheitswesen der BRD zutage in den Debatten ging es aber auch darum Opfer von Zwangssterilisationen nicht als Opfer des Faschismus anzuerkennen das wurde durch politische Spielereien bis 2025 verhindert erst da wurden die Opfer von Euthanasie und Zwangssterilisation als offiziell anerkannt( aus meiner Sicht leider mit Stimmen der Faschisten der AfD weil dieses Faschisten Pack im Antrag zur Anerkennung nicht als das benannt war was sie sind nämlich die Nachfolger der Faschisten der NS Zeit und so konnten sie sich als geschichtsbewusste Demokraten inszenieren) Im zweiten Kapitel des dritten Blocks Krebsbekämpfung, von der Weimarer Republik der bis zur jungen BRD vor dem Faschismus war Deutschland führend in der Krebsforschung die Faschisten zerstörten diese Forschung durch Pseudo Forschung mit verbrecherischen Medizinexperimenten. Dadurch das Krebspatient*innen sich der Gefahr der Euthanasie außgesetz waren wurde Krebs zum Tabu der Faschismus machte aber auch Krebs als sprachliche Metapher salonfähig was bis heute teils bis in Linke Kreise anhält.Die Krebsforschung war in der Jungen BRD sehr von alt Nazis durch setzt.
Im vierten Kapitel des dritten Blocks geht es um die Nikotinprävention im Faschismus die faschistische Propaganda fuhr einen sehr strikten Antiraucher*innen Diskurs, der sehr mit Eugenischen Argumenten geführt wurde aber auch sehr stark antisemitisch durchzogen war so wurde wurde Jüdinnen und Juden unterstellt das siemit der Förderung des Rauchens den deutschen Volkskörper zersetzen wollen In der jungen BRD hatte die Nikotinprävention eine eher ambivaledte Stellung bei der Politik
Das letzte Thema, das im Buch angesprochen wird, ist Verbraucherschutz und da vor allem Luftverschmutzung, Wasserreinheit und Lebensmittelkontrolle.
Zwei Themen die keine extra Kapitel bekommen habe was mir unverständlich ist sind zum einen der Contergan Skandal und zum zweiten Kinderlähmung bei Themen waren massive Gesundheitskrisen in der jungen BRD.
Zum Abschluss kommt im Buch ein Fazit welches die Fragen stellt welche Entwicklung das Ministerium des Gesundheitswesen in den ersten Jahren durchgemacht hat und welche Rolle dabei die Hypothek der Medizinverbrechen des Nationalsozialismus? Welche Faktoren bestimmten die Neuausrichtung der Bonner Gesundheitspolitik? Wie gestaltete sich der Entwicklungsprozess einer Gesundheitspolitik unter den Bedingungen der liberal-parlamentarischen Demokratie? Spannend war zu sehen, wie Entwicklungen in der DDR Einfluss auf die BRD hatten, diese Frage schimmerte an verschiedenen Stellen immer wieder durch. Leider kamen manche Fakten fast wortgleich an mehreren Stellen vor, sodass ich manchmal dachte, ja das weis ich doch schon, das nervte mich beim Lesen ein wenig, aber nicht zu sehr.Die DDR hätte gern gleichwertig im Buch mitbehandelt werden können und nicht nur an einigen Stellen durchschimmern sollen, das hätte das Buch massiv dicker gemacht, aber auch den Mehrwert vergrößert. was Im Buch deutlich wird ist den Faschisten ging es immer um den Volkskörper nie um die einzelne Person wie verankert dieses Narrativ des Volkskörpers teils noch Jahrzehnte nach dem Faschismus verankert war im Gesundheitswesen ist erschreckend wer Interesse an Kontinuitäten des Faschismus in der BRD und dabei Vor allen im Gesundheitswesen hat für den ist das Buch Vom »Volkskörper« zum Individuum eine Empfehlung.