Sexualbegleiter*innen und die Teilhabe behinderter Menschen

Sexualbegleiter*innen und die Teilhabe behinderter Menschen

Sexualbegleiter*innen sind Sexarbeiter*innen, die ihre Dienstleistungen ausschließlich oder explizit auch für behinderte Menschen anbieten. Es stellt sich die Frage, ob durch Sexualbegleiter*innen die Teilhabe behinderter Menschen gefördert wird. Ich denke nicht, dass dies der Fall ist, denn was behinderte Menschen nicht brauchen, sind Sonder oder Schonräume, welche letztlich nur dem Recht auf Teilhabe schaden.

Sollten die Dienstleistungen von Sexualbegleiter*innen vom Staat bezahlt werden?

Ich halt dies nicht für eine gute Idee,  denn wenn der Staat Sexualbegleiter*innen für behinderte Menschen zahlt,  könnte dies sehr schnell zu einer Entlastungsargumentation für nichtbehinderte Menschen werden, ganz nach dem  Motto wenn nicht mal „normale “ Sexarbeiter*innen es schaffen, mit beeinträchtigten Menschen Sexualkontakt zu haben wie soll ich das dann schaffen. Das schadet dem Recht auf Sexualität behinderter Menschen und hilft nicht dabei dass sie ihre Sexualität genau so selbstbestimmt leben können wie nichtbehinderte Menschen. Wenn dann auch noch diskutiert wird, ob die Krankenkassen für die Finanzierung von Sexualbegleiter*innen in in Frage kommen, dann führt dies meiner Meinung nach endgültig dazu, dass die Sexualität behinderter Menschen als etwas krankhaftes stigmatisiert wird.                                                                                                                             .

Sexualassistenz als Assistenzleistung?

Die Kosten für Sexualassistenz ist vom Staat zu übernehmen, denn diese ist eine Assistenzleistung, welche es Personen mit Beeinträchtigungen, die auf Assistenz angewiesen sind, ermöglicht, mit ihren Sexualpartner*innen oder mit sich selbst Sexualität zu leben.

Diese Assistenz kann Passiv oder Aktiv sein.

Passiv meint z.B. Sexspielzeug zu besorgen oder die Assistenznehmer*innen beim Kauf von Sexspielzeug zu  begleiten, diese bereitzulegen, oder den Assistenznehmer*innen anzureichen wenn sie dies wünschen.

Aktiv meint direkt bei der Ausführung des Sexualakts zu helfen, sei es durch Lagerung und Stellungswechsel zu helfen oder z.B. die Hand der* des* Assistenznehmer*in zu führen.

Auch hier wäre die Krankenkasse der falsche Kostenträger. Da auch alle anderen Assistenzleistungen vom Sozialamt getragen werden,  deshalb sollten nach meiner Einschätzung auch bei Leistungen der Sexualassistenz von diesem gezahlt werden, abei sollte es keine Begrenzung der Kostenübernahme geben in Bezug auf die Häufigkeit der Sexualassistenz.
Sexualassistenz sollte  von den Assistenzkräften durchgeführt werden können, welche auch die anderen Assistenzleistungen durchführen, wenn dies von den Assistenznehmer*innen  gewünscht wird und für die Assistenzkräfte in Ordnung geht. Wenn dies nicht der Fall ist, sollte der* die* Assistenznehmer*in das Recht bekommen, dafür die Dienste einer anderen Person in Anspruch zunehmen.

Fazit

Sexarbeiter*innen und Menschen mit Beeinträchtigungen haben sehr gute Gründe  im Kampf um ihre Rechte enger zusammenzuarbeiten. Beide Gruppen werden im Recht, ihre Sexualität so auszuleben, wie sie es möchten behindert.

Bordelle, SM Studios und Sexshops müssen barrierefrei sein. Bei kleinen Wohnungsbordellen ist dabei das Stigma, unter dem Sexarbeiter*innen leben, zu berücksichtigen.  Das Prostituiertenschutzgesetz muss weg, denn es verstärkt die Stigmatisierung.

Sexualbeglleitung

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