Am 12. Juni 2026 erschien im Verbrecher Verlag der Essay Band „Die Unversehrten“ von Ivna Žic.Das Buch ist der 7. Band des Wortmeldeprogramms und hat den Ulrike Crespo Literaturpreis für kritische Kurztexte erhalten.
Im Vorwort von „Die Unversehrten“ von Ivna Žic – eine Rezension erklären Sandra Poppe von der Crespo Foundation und Programmleitung Wortmeldungen und Friederike Schönhuth auch Crespo Foundation, und Leitung Kunst Kulturelle Bildung & Digitalitätden den Sinn des Wortmeldungen Programms und des Literaturpreises und begründen warum der Preis an die Unversehrten geht.
Der erste Text im Buch ist der literarischen Essay “ Die Unversehrten“ von Ivna Žic. In diesem Essay beschreibt Ivna Žic die Auswirkungen von Long Covid aus der Sicht einer Betroffenen.
Ivna Žic lässt ihren Essay im Bett beginnen und dort kehrt er immer wieder hin zurück. Jegliche Bewegung mag wohlüberlegt sein ein Weg in die Küche ist eine Wanderung.
Die Autorin hat seit drei Jahren durch Long Covid das chronischem Fatigue-Syndrom, und durch den fast gänzlichen Verlust von Kontakt zu anderen Menschen hat sie das Gefühl, in ihrer Wohnung allmählich zu verschwinden. Sie hat rund 3 Stunden täglich genug Energie, bevor die Erschöpfung kommt oder der Schmerz.
Sie schreibt über diesen Zustand, sie sei jetzt „hausgebunden“ statt „weltgebunden“.
Im Bett liegend mit wachem Verstand hat Ivna Žic genug Zeit ihr bisheriges Leben zu reflektieren und so zoomt sie sich zurück ins Jahr 2001 zu den Anschlägen auf das WTC diese hätten fast ihren 2002, stattfindenden USA Aufenthalt gefährdet den ihrem Vater ist dieser plötzlich zu gefährlich. Sie fliegt dann doch, sie ist 16 Jahre alt und Austauschschülerin, wie sie schreibt “ausgesetzt in einer Kleinstadt im Mittleren Westen der USA, zwei Stunden von Chicago”, ein Jahr lang in einer Gastfamilie, die ihr bis zum Schluss fremd bleibt.
Sie erzählt von dem durch die Anschläge geprägten bedrückenden Klima der Angst und des Misstrauens und sie erzählt von sogenannten Lockdowns Anti-Terror Übungen an ihrer Highschool. Ihre Erinnerungen machen einen Sprung ins Jahr 2019, da ist Ivna Žic wieder in dieser Kleinstadt in Illinois, um rückblickend dieses sonderbare Austauschjahr zu verstehen.
Sie findet sich wieder mitten im Trump-Land. Die Bewohner von Rockton, auf diese trifft, haben keine gesetzliche Krankenversicherung, und haben deshalb teils 60.000 Dollar Schulden nach einer Herz-OP, sie haben auch chronische Krankheiten wählen aber trotzdem Trump, der die gerade von Obama eingeführte aber noch nicht umgesetzte staatliche Krankenversicherung wieder abschaffen will und sie bezeichnen die staatlich- verpflichtenden Krankenkassen in Europa als „Sozialismus“. Auch über die Pandemie hinweg bleibt. Ivna Žic mit einigen ihrer Bekannten in Kontakt und es kommen die Lockdowns während der Pandemie in Europa und weltweit während der Pandemie zur Sprache. Als die Pandemie für zuende erklärt wird, bleiben die Lockdowns für durch Long Covid erkrankte Menschen teils bis heute bestehen.
Ivna Žic geht auch auf die mangelhafte Versorgung von Long Covid Betroffenen in Europa im Speziellen in der Schweiz ein. Ivna Zic ist mit die Unversehrten ein großartiger Essay gelungen. Einzige Anmerkung auf Seite 49 wird einmal Blindheit als Ignoranz-Metapher verwendet, diese ableistische Formulierung hat mich leicht irritiert…
Als zweiter Text ist im Buch Die Unversehrten von Ivna Žic der Text Schmerzscham von Cornelia Niedermeier in diesem kurzen Text beschreibt Cornelia Niedermeier bezugnehmend auf Ivna Žic das erzählen von Schmerz und Krankheit als Outing der Gedanke wie sie ihn herleitet und ausführt hat sehr viel für sich. Auch bezugnehmend auf Ivna Žic, die in ihrem Text nur Versehrte Menschen erwähnt, macht sie einen Fehlschluss und stellt die Frage, ob wir nicht alle Versehrte seien, um dann als letzten Gedanken klarzustellen, dass sich nicht diejenigen schämen müssen, die krank oder beeinträchtigt sind, sondern diejenigen, die aus jedem anderen Menschen das Maximum rausquetschen wollen. Das Buch Die Unversehrten von Ivna Žic ist eine absolute Empfehlung.
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