NIPT-Monitoring: warum ich skeptisch bin

Immer mehr Schwangere nehmen den nicht-invasiven Bluttest zur Früherkennung einer möglichen Trisomie in Anspruch. Mehrere Abgeordnete warnen, dass der Test zur Routineuntersuchung wird. Dies unterstützt der Deutsche Behindertenverband, der sich in seiner Kritik an solchen Tests bestätigt sieht, weil zu befürchten ist, dass die Zahlen von Schwangerschaften, in denen eine Trisomie 21, 18 oder 13 zu erwarten ist, angestiegen sind im Vergleich zu vor 2022, dem Zeitraum, bevor der nicht-invasiven Pränataltests (NIPT) Kassenleistung war und ihn sich nur reiche Leute leisten konnten; oder im Vergleich zu vor 2012, vor der Zulassung des NIPT, als nur die Fruchtwasseruntersuchung zur Verfügung stand. Nun haben mehr als 100 Bundestagsabgeordnete eine Überprüfung der von den Krankenkassen bezahlten NIPT gefordert. Die derzeitige Verordnung regele nicht klar genug, wann dieser Bluttest zur Anwendung kommen solle, heißt es in einem Antrag. Es sei zu befürchten, dass Schwangeren der Test unabhängig vom medizinischen Nutzen empfohlen werde, auch als Absicherung für Ärzte. Damit könnte der Test faktisch einer Reihenuntersuchung vorrangig auf Trisomie 21 – dem Down-Syndrom – gleichkommen. Ein Jahrzehnt lang, von 2012 bis 2022, war der Test eine Selbstzahlerleistung, das hieß, nur reiche Leute konnten sich den bis zu 1000€ teuren Test leisten. Das schadet behinderten Menschen aus armen Familien, denn der Kampf um gute Gesundheitsversorgung ist ein wichtiger Teil einer inklusiven Gesellschaft und der Kampf um eine inklusive Gesellschaft ist Teil des Klassenkampf. Das bedeutet aus einer Sicht Abschaffung (Überwindung) dieser Tests oder sie müssen Kassenleistung bleiben; ein generelles Verbot fände ich schwierig, weil dann eine selbstbestimmte informierte Schwangerschaft nur noch über die gefährliche Fruchtwasseruntersuchung möglich wäre. Den Antragsteller*innen geht es aber noch gar nicht um die Abschaffung der Kassenleistung, sondern erstmal darum, durch ein Monitoring verlässliche Daten zum NIPT zu bekommen. Was aber jetzt schon klar ist, ist, dass der NIPT nur eine Wahrscheinlichkeit anzeigt und kein Diagnoseergebnis, das heißt, die Diagnose wird immer noch abgesichert und zwar durch eine Fruchtwasseruntersuchung. Das muss den werdenden Eltern mitgeteilt werden, bevor sie den Test machen lassen. Das Ziel weniger pränatale Untersuchungen zur Feststellung einer Beeinträchtigung ist wünschenswert. Dieses  Ziel ist aus meiner Sicht aber nur erreichbar durch eine inklusive Gesellschaft und für die haben CDU/CSU, SPD, Grüne aber auch die LINKE, sobald sie in Regierungsverantwortung waren, nichts getan. Von den AFD-Faschisten rede ich erst gar nicht.

Konkret der verhandelte Antrag zum Monitoring des NIPT kann nur mit den Stimmen CDU/CSU oder sogar der AFD durchgehen und damit könnten sich vor allem die Faschisten von der AFD als Freunde von behinderten Menschen zeigen- Das darf nicht passieren, deshalb ist der fraktionsübergreifende Antrag aus meiner Sicht der falsche Weg.

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw12-de-praenataltests-1151812

https://inklusion-statt-integration.de/selbstbestimmung-oder-kuscheln-mit-dem-lebensschuetzer-hubert-hueppe/

 

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