Sarah Lorenz: “Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken”

Am 11. März 2025 erschien “Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken” der Debüt-Roman von Sarah Lorenz. Die Protagonistin in “Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken” ist die 39-jährige Elisa, die auf ihre ziemlich schwere Kindheit und Jugend zurückblickt, dies tut sie auf einer Zugfahrt von Wien zurück nach Hause der Rückblick auf ihre Kindheit und Jugend ist eingewoben in einen inneren Dialog mit der Dichterin Mascha Kaléko die sie sehr verehrt und deren Gedichte ihrerseits auch immer wieder in das Buch eingewoben sind.

Mit neun Jahren wird Elisa mit dem Urteil „schwer erziehbar“ von der Mutter in ein Kinderheim abgeschoben. Für Elisa ist das ein Bruch in ihrem Verhältnis zur Mutter, die für sie von einer warmherzigen, innig liebenden Mutter zur kalten, abweisenden Frau wird. Der Vater kommt um einiges besser in Elisas Erinnerung weg. Einmal scheint in Elisas Reflexion Verständnis für die Lage und Entscheidungen ihrer Mutter durch, wenn sie erwähnt, dass die Mutter bereits mit 15 mit ihr schwanger wurde geschwängert von dem damals 27-jährigen Hippie-Vater auch wenn Elisa ihm das vorwirft  gehört ihr Herz eher ihm als der Mutter. 

Elisa haut mit 14 ab und wird Teil der Kölner Punkerszene auf der Domplatte. Obdachlosigkeit, Betteln, folgen: Elisa hat den Plan gefasst, sehr jung heroinabhängig zu werden (Christiane F. vom Bahnhof Zoo war ihr großes Vorbild), sie wollte so schnell wie möglich entjungfert werden. Elisas sexuellen Erfahrungen waren zu dieser Zeit vor allem durch  übergriffige  wesentlich ältere, zumeist betrunkenen oder unter Drogen stehenden Männern, die sich oft als Links verstanden, geprägt, die sich an ihr vergingen. Die 39-jährige Elisa ist in einer festen Beziehung und studiert.

Einerseits konnte mich das Buch leider nicht mitziehen vor allem die Form des Zwiegesprächs mit Mascha Kaléko hat mich nicht überzeugt  auch wenn ich dadurch mir unbekannte Gedichte dieser wunderbaren Künstlerin entdecken durfte und andererseits hat das Buch auch hohe Relevanz weil es thematisiert, dass auch sich als progressiv verstehende Männer immer wieder sexuell übergriffig werden. Ich wünsche dem Buch “Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken” von Sarah Lorenz weiterhin viele Leser*innen.

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