Am 13. Juli 2024 ist der neue Roman “Hey guten Morgen, wie geht es dir?” von Martina Hefter bei Klett Cotta erschienen. Martina Hefter hat mit diesem Buch den Deutschen Buchpreis gewonnen.
Hey guten Morgen, wie geht es dir? handelt von Juno, sie schreibt online mit Männern, die Frauen online ihre Liebe gestehen, und so versuchen an deren Geld zu kommen sogenannte . Love Scammer. Doch statt darauf hereinzufallen, belügt Juno die Männer ebenfalls und spielt ihnen ein Leben im Luxus vor, im Internet kann sie sein, wer sie will. Eines Tages trifft Juno beim chatten auf Benu, der ihre Behauptungen ebenso durchschaut wie sie seine. Es entsteht ein vertrautes Verhältnis und sie schreiben sich ernsthaft und ehrlich sie fangen an Video zu telefonieren. Juno bleibt skeptisch ob Benu es ehrlich meint, Juno beginnt aber auch etwas über das Verhältnis zwischen Europa und Afrika und Deutschland und Nigeria zu reflektieren und warum dadurch die Situation ist wie sie ist und auch was das mit Rassismus und Kolonialismus zu tun hat. Auch Ballet, was Juno so liebt, strotzt in seiner Geschichten vor Rassismus vor allem durch die Praxis des Blackfacing. Wie das ganze mit Benu weiter und ausgeht wird hier nicht verraten…
Tagsüber ist Juno Performance Künstlerin und Ballet Tänzerin sie ist tagsüber viel unterwegs und scheint ein erfülltes Leben zu haben, zum Ende des Buches wird noch eine Neurodivergenz bei ihr angedeutet.
Juno pflegt Ihren Mann Jupiter, Jupiter hat eine progressive Beeinträchtigung und ist auf den Rollstuhl angewiesen er kann das Haus nicht mehr alleine verlassen kommt aber Zuhause alleine gut zurecht, so dass Juno auch schon mal mehrere Tage ohne ihn in die Berge fahren kann in das Dorf wo ihre Mutter lebt.
Jupiter wird anfänglich sehr auf seine Behinderung reduziert sein, agieren ist am Anfang des Buches sehr in Abhängigkeit von Juno, das ist etwas ärgerlich aber im Laufe des Buches bekommt er ein eigenes Profil. Wir erfahren, dass er Literat ist und das sogar sehr erfolgreich mit einem Preis, den er gewinnt, finanziert er ihr beider Leben für ein halbes Jahr. Dann verschwindet er aber auch wieder fast vollständig aus der Handlung um gegen Ende nochmal aufzutauchen er hatte einen Schub der seine Beeinträchtigung noch einmal verstärkt.
Auch wenn einige Szenen aus Jupiters Alltag im Buch sehr realitätsnah beschreiben was behinderte Menschen so im Alltag erleben z.B. wenn sie mit der Deutschen Bahn fahren und die Mobilitätshilfe ist nicht da, und Menschen daraufhin unangenehm starren. die Mobilitätszentrale ist im Buch dann auch erst mal nicht erreichbar, und als die Mobilitätshilfe da ist braucht sie gefühlt ewig und als Jupiter dann im Zug ist, ist das WC kaputt .oder das es auf der Preisverleihung zu dem Literaturpreis den Jupiter gewinnt nur Stehtische gibt so dass Jupiter seinen Teller beim Essen auf seinen Beinen abstellen muss. Bei mir bleibt aber das Gefühl, Jupiter ist kein unverzichtbarer Teil der Geschichte und diese würde auch ohne ihn funktionieren und er ist nur dazu da um aus Juno einen besseren Menschen zu machen und das ist ärgerlich. Der Roman Hey guten Morgen, wie geht es dir ist aber trotzdem ein schön gemachtes Stück Unterhaltungsliteratur.
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