Am 30.5.2025 ist ”Autismus ist keine Krankheit: Politik für eine neurodiverse Gesellschaft” von Jodie Hare beim https://unrast-verlag.de/ erschienen. In der Einführung des Buches beschreibt die Autorin den Weg zu ihrer eigenen Autismus Diagnose, die sie 2020 nach drei Jahren auf der Warteliste zur Diagnostik und vier Jahre nach ihrem ersten Krankenhausaufenthalt wegen psychischer Probleme erhielt. Sie geht dann auf ihrem eigenen weiteren Weg ein und wie sie dabei auf die Community der autistischen Menschen und den Begriff Neurodiversität stößt. Sie ordnet den Begriff Neurodiversität politisch ein, die Neurodiversitätsbewegung ist eine Freiheitsbewegung. Die Autorin stellt klar, dass es nicht nur darum geht, auf akzeptable Art über die Begriffe autistisch oder behindert zu sprechen. Sie bezeichnet den Versuch den Begriff behindert mit neurodivers zu ersetzen als klar ableistisch. Jodie Hare sagt auch ganz klar das in einer Welt in der neurodiverse Menschen befreit sind die Beseitigung von systematischen Ungerechtigkeiten auch für andere marginalisierte Gruppen gelten muss sie benennt Behinderung, Klassenzugehörigkeit, Geschlecht, und sexuelle Orientierung als Felder wo Ssstematische Ungerechtigkeit herrscht.. Sie kritisiert aber auch, dass versucht wird, Neurodiversität für den Kapitalismus nutzbar zu machen. Jodie Hare geht darauf ein, dass die Neuriversitätsbewegung aus der Bewegung autistischer Menschen entstanden ist, aber mittlerweile auch andere Diagnosen umfasst. Die Beschreibungen der Autorin über die inneren Entwicklungen der Neuriversitätsbewegung sind sehr spannend auch geht die Autorin auf die medizinische Geschichte des Autismus ein und sie kritisiert eine zu enge Auslegung des Begriffs Neuriversität auf Asperger Autist*innen oder Hochfunktionale Autist*innen vor allem auf die negativen Auswirkungen auf die Verengung auf Hochfunktionalität geht sie ausführlich ein. Sie geht dann noch auf die Gefahr neuer eugenischer Ansätze durch Pränataldiagnostik ein. Weitere Themen sind der Unterschied zwischen Behindertenrechts- und Behindertengerechtigkeitsbewegung und die Situation von neurodiversen Menschen auf dem Arbeitsmarkt. Sie bezieht sich hierbei vor allem auf Großbritannien und die USA, diese Ausführungen sind nicht eins zu eins auf Deutschland übertragbar, aber in der Tendenz schon. Es gibt noch sehr viel mehr wichtige Aspekte in diesem Buch. Dieses Buch ist aus meiner Sicht Pflichtlektüre für eine*n jede*n Linke*n der*m eine inklusive befreite Gesellschaft erstrebenswert erscheint. Der Titel ist aus meiner Sicht etwas verwirrend, das liegt auch an dem Punkt, der meine einzige kleine Kritik an diesem Buch ist, die etwas schwammige Verwendung der Begriffe Behinderung und Beeinträchtigung. Das Buch ist eine absolute Empfehlung
https://inklusion-statt-integration.de/behinderung/buechern-filmen-spielsachen/
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