„Hola Frida“ von Karine Vézina, und André Kadi

Am 19. März 2026 lief der Animationsfilm Hola Frida der Regisseur*innen Karine Vézina, und André Kadi in Deutschland in den Kinos an. Er ist 1 h 22 min lang, empfohlen wird er ab 6 Jahren. Der Film basiert auf dem illustrierten Kinderbuch „Frida c’est moi“ von Sophie Fauchers. Er erzählt die Kindheit und Jugend der einflussreichen mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo. Der Film beginnt mit der älteren Im Rollstuhl sitzenden Frida Kahlo die sich zurück erinnert. Im Mittelpunkt des Films steht dann die junge Frida Kahlo, beginnend mit ihr als einer Grundschülerin aus Coyocán in Mexiko, die die Natur und einen zugelaufenen Straßenhund ebenso mag wie ihren besten Freund Tonito und die kleine Schwester Christina. Frida weis schon sehr früh, dass Sie Ärztin werden will, dies ist am Anfang des 20. Jahrhundert in Mexiko noch nicht üblich und ihre Umgebung reagiert teils empört auf diesen Wunsch. Dies versteht Frida überhaupt nicht und beharrt darauf, dass auch Frauen Ärzt*innen werden können. Frida erkrankt dann an Kinderlähmung und kann monatelang das Bett nicht verlassen. Ihre kleine Schwester Christina darf in dieser Zeit nicht ins Zimmer und mit Frida spielen, sie könnte sich anstecken, und so verbringt Frida viel Zeit mit sich selbst. Hier kommt meine erste Kritik, die Krankheit wird nicht kindgerecht erklärt, es fällt nur der Fachbegriff Poliomyelitis https://de.wikipedia.org/wiki/Poliomyelitis. In dieser Zeit träumt Frida nicht nur viel vom Tod, nein, sie ringt real mit ihm. Denn die elegante, wie furchteinflößende Totengöttin will sie abholen und ins Totenreich führen, dies wird im Film sehr gut umgesetzt. Gut, dass es da ein Seelenwesen gibt, das auf Frida aufpasst und seine Kräfte mit ihr teilt. Der Film bringt in diesen Szenen durch spielerische Andeutung ikonische Bilder von Frida Kahlo auf die Leinwand, erklärt ihre Sicht auf die Welt und das von ihr im Krankenbett Erlebte, so dass es für Kinder verstehbar wird. Der Film integriert viel vom Volksglauben des mittelamerikanischen Landes in die Handlung, z.B. sind die Rituale und Traditionen wie die des Día de los Muertos (Tag der Toten), die Stoffe und Geschichten über die Zapotecas, die indigenen Vorfahren Fridas, die im Süden Mexikos, gelebt haben. Der Film erzählt auch, wie Frida nach ihrer Polioerkrankung beleidigt und diskriminiert wird . Diese Ausgrenzung setzt Frida mehr zu als die Zeit des Alleinseins während der akuten Phase der Ansteckung im Krankenzimmer. Aber auch hier boxt sie sich durchkämpft und zieht sich allen Widerständen zum Trotz Hosen an, um ihr Bein zu verdecken. Hosen gehörten sich für Frauen zu dieser Zeit in Mexiko nicht. Frida wurde immer mehr zur Kämpferin für die Rechte der Frauen. Das deutet der Film leider nur an, auch die anderen sozialen Kämpfe, die zur jener Zeit in Mexiko stattfanden, werden nur angedeutet. Der Film endet mit der Busfahrt, die Fridas Leben ein zweites Mal beeinträchtigt. Sie liegt danach Monate im Bett, in dieser Zeit beschließt Frida, Malerin zu werden. Der Film „Hola Frida“ ist sehenswert, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob er für jedes 6 Jährige Kind geeignet ist.

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